Wärmepumpe im Altbau 2026: Wann sie sich lohnt – Heizkörper-Test, Kosten und Förderung in Stuttgart
Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau? Meist ja, auch mit normalen Heizkörpern. Was der Fraunhofer-Feldtest zeigt, wie Sie Ihr Haus mit dem 55-Grad-Test selbst prüfen, was es 2026 kostet und welche Förderung in Stuttgart gilt.
Ja, eine Wärmepumpe funktioniert in den meisten Altbauten, auch mit normalen Heizkörpern. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern ob Ihr Haus an kalten Tagen mit höchstens 55 °C Vorlauftemperatur warm wird. Im Feldtest des Fraunhofer ISE mit 77 Bestandsgebäuden erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4.
Verfasst vom ehoch7 Team, Ihrem Fachbetrieb für Photovoltaik und Speicher aus Schönaich bei Stuttgart. Die Wärmepumpen-Installation übernimmt unser Partnerbetrieb. Stand: 26. Oktober 2026. Rechtsstand: Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), in Kraft seit 29. Juli 2026. Förderangaben: KfW-Heizungsförderung (458) mit den seit 21. Juli 2026 geltenden Konditionen.
Das Wichtigste in Kürze
- Altbau ist kein Ausschlusskriterium: Im Fraunhofer-Feldtest hing die Effizienz nicht vom Baujahr ab, sondern von der nötigen Vorlauftemperatur.
- Die 55-Grad-Grenze: Wird Ihr Haus an kalten Tagen mit 55 °C Vorlauf warm, ist es für eine Wärmepumpe geeignet. Das können Sie diesen Winter mit Ihrer jetzigen Heizung selbst testen.
- Meist reichen gezielte Maßnahmen: Oft müssen nur einzelne zu kleine Heizkörper getauscht werden. Eine Fußbodenheizung oder Komplettsanierung ist selten nötig.
- Kosten: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus kostet mit Einbau typischerweise 30.000 bis 40.000 €. Die KfW übernimmt 30 bis 70 %, bei geringem Einkommen bis 80 % von höchstens 28.000 € förderfähigen Kosten.
- Frist beachten: Für KfW-Anträge bis zum 31. Januar 2027 gibt es noch 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, danach 12 %.
- Stuttgart fördert zusätzlich: Das städtische Heizungsprogramm zahlt 300 € je kW Wärmepumpenleistung und 500 € je Raum für größere Heizkörper.
Was Feldtests über Wärmepumpen im Altbau zeigen
Die belastbarsten Daten kommen vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE). Im Projekt „WP-QS im Bestand“ hat es von 2019 bis 2024 insgesamt 77 Wärmepumpen in bewohnten Bestandsgebäuden vermessen. Die Häuser stammen aus den Baujahren 1826 bis 2015, 83 % wurden vor 1995 gebaut. Der Abschlussbericht erschien im November 2025.
| Wärmepumpen-Typ | Jahresarbeitszahl im Mittel | Spanne |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | 3,4 | 2,6 bis 4,9 |
| Erdreich-Wärmepumpe (Sole) | 4,3 | 3,6 bis 5,4 |
Eine Jahresarbeitszahl von 3,4 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom macht die Wärmepumpe übers Jahr 3,4 Kilowattstunden Wärme. Zum Vergleich: In einem Fraunhofer-Feldtest von 2008/09 kamen Luft-Wärmepumpen im Bestand noch auf 2,6. Die Geräte sind seitdem deutlich besser geworden.
Drei Ergebnisse sind für Altbau-Besitzer besonders wichtig:
- Das Baujahr spielt keine Rolle: „Ein Zusammenhang zwischen Baualter der Gebäude und JAZ der Wärmepumpen konnte nicht festgestellt werden“, schreiben die Forscher. Entscheidend waren die nötigen Heizkreistemperaturen.
- Heizkörper reichen oft aus: Ausreichend große Heizkörper lassen sich laut Bericht mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben wie eine Fußbodenheizung.
- Der Heizstab ist kaum im Einsatz: Er machte bei den Luft-Wärmepumpen nur rund 1,3 % des Stromverbrauchs aus.
Zur Einordnung: Die meisten Häuser im Feldtest waren teilsaniert. Bei den Gebäuden bis Baujahr 1979 waren zum Beispiel 95 % der Fenster und 82 % der Dächer bereits erneuert, aber nur 56 % der Außenwände. Ein solcher Zustand ist auch in der Region Stuttgart typisch.
Der entscheidende Wert: die Vorlauftemperatur
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Heizwasser in die Heizkörper fließt. Je niedriger sie sein kann, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Die Verbraucherzentrale beziffert den Effekt auf 2 bis 3 % mehr Effizienz je Grad weniger. Nach Berechnungen des Umweltbundesamts braucht eine Wärmepumpe bei 70 °C Auslegungstemperatur rund 30 % mehr Strom als bei 55 °C.
Als Grenze gilt deshalb: Kommt Ihr Haus an kalten Wintertagen mit höchstens 55 °C aus, ist es „niedertemperaturfähig“. So formuliert es eine Studie des Umweltbundesamts vom März 2026. Im Fraunhofer-Feldtest lag die mittlere Vorlauftemperatur sogar nur bei 38 °C.
| Nötige Vorlauftemperatur an kalten Tagen | Einschätzung |
|---|---|
| bis 45 °C | Sehr gut geeignet, ähnlich wie mit Fußbodenheizung |
| 45 bis 55 °C | Gut geeignet, der Normalfall bei teilsanierten Altbauten |
| 55 bis 65 °C | Machbar, meist nach Tausch einzelner Heizkörper oder mit Gerät für höhere Temperaturen |
| über 65 °C | Erst Heizkörper und Gebäudehülle verbessern oder eine Hybridlösung prüfen |
Die Tabelle ist eine Faustregel, keine Planung. Verbindlich wird es erst mit der raumweisen Heizlastberechnung durch den Fachbetrieb.
Der 55-Grad-Test: So prüfen Sie Ihr Haus diesen Winter selbst
Ob Ihr Haus mit niedriger Vorlauftemperatur warm wird, können Sie mit Ihrer jetzigen Gas- oder Ölheizung testen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und die Landesinitiative Zukunft Altbau empfehlen dafür diesen einfachen Ablauf. Der richtige Zeitpunkt ist genau jetzt: Der Test funktioniert nur, wenn es draußen wirklich kalt ist.
- Kalte Tage abwarten: Außentemperaturen um oder unter 0 °C. In der Übergangszeit ist das Ergebnis nicht aussagekräftig.
- Vorlauftemperatur begrenzen: Die maximale Vorlauftemperatur auf 50 bis 55 °C stellen oder die Heizkurve absenken, die Nachtabsenkung ausschalten. Die Einstellung für das Warmwasser bleibt unverändert.
- Thermostate auf Stufe 3: In allen Räumen, das entspricht etwa 20 °C.
- Ein bis drei Tage beobachten: „Länger als 24 bis 72 Stunden muss man nicht warten“, so Zukunft Altbau. Bei etwa 0 °C draußen sollten rund 45 °C Vorlauf reichen.
- Ergebnis notieren: Welche Räume bleiben kühl, und wie warm werden sie?
- Zurückstellen: Nach dem Test die alten Einstellungen wiederherstellen, wenn Sie nicht dauerhaft sparsamer heizen möchten.
So deuten Sie das Ergebnis:
- Alle Räume werden warm: Ihr Haus ist für eine Wärmepumpe gut geeignet.
- Einzelne Räume bleiben kühl: Meist reicht es, dort größere Heizkörper einzubauen. Typisch sind Bad, Eckzimmer oder ausgebautes Dachgeschoss.
- Das ganze Haus bleibt zu kühl: Dann sind Dämmmaßnahmen, ein Gerät für höhere Vorlauftemperaturen oder eine Hybridlösung zu prüfen.
Häufig fällt der Test besser aus als befürchtet. Heizkörper in Altbauten sind laut Verbraucherzentrale Baden-Württemberg „überraschend oft überdimensioniert“, weil sie einmal für schlechtere Fenster und ungedämmte Dächer ausgelegt wurden.
Heizkörper: Was getauscht werden muss und was bleiben kann
Das Fraunhofer ISE empfiehlt, die Heizkörper raumweise zu überprüfen und gezielt nur die zu kleinen auszutauschen. Wie viel das bringt, zeigt ein Beispiel des Umweltbundesamts aus einem Mehrfamilienhaus: Nach dem Tausch von nur 7 % der Heizkörper sank die nötige Vorlauftemperatur von 75 auf 55 °C, die Jahresarbeitszahl stieg von 2,0 auf 2,8.
Für die zu kleinen Heizkörper gibt es drei Lösungen:
- Größerer Plattenheizkörper: Ein tieferer oder längerer Heizkörper an derselben Stelle. Das ist die häufigste und günstigste Lösung.
- Niedertemperatur- oder Gebläseheizkörper: Ein eingebauter Lüfter erhöht die Leistung bei gleicher Größe. Sinnvoll, wenn der Platz knapp ist.
- Flächenheizung in einzelnen Räumen: Zum Beispiel im Bad, wenn ohnehin saniert wird. Eine Fußbodenheizung im ganzen Haus ist im Altbau fast nie nötig.
Was das kostet, zeigt eine Auswertung von 160 Wärmepumpen-Angeboten durch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Ein Heizkörpertausch lag bei 326 bis 1.207 € pro Stück, im Median bei 642 €. Für den hydraulischen Abgleich, der für die Förderung Pflicht ist, wurden im Median 1.098 € angesetzt.
Die richtige Größe: Heizlast statt Daumenregel
Ein häufiger Fehler ist nicht eine zu kleine, sondern eine zu große Wärmepumpe. Im Fraunhofer-Feldtest waren die meisten Anlagen großzügig dimensioniert. Folge: Der Verdichter taktet, also schaltet ständig an und aus, bei manchen Anlagen über 15.000 Mal im Jahr. Das kostet Effizienz und Lebensdauer.
Eine erste Orientierung liefert Ihr bisheriger Verbrauch. Der Bundesverband Wärmepumpe nennt als Einstiegsrechnung: Gasverbrauch in m³ (oder Ölverbrauch in Litern) geteilt durch 250 ergibt die Heizlast in kW. Wer 2.000 m³ Gas im Jahr verbraucht, das sind rund 20.000 kWh, landet bei etwa 8 kW.
Für die Förderung reicht das nicht. Die KfW verlangt eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 und einen hydraulischen Abgleich nach Verfahren B. Die Heizlastberechnung zeigt zugleich, in welchen Räumen die Heizkörper zu klein sind.
Stuttgart ist nicht gleich Stuttgart: Normaußentemperaturen nach Postleitzahl
Ausgelegt wird eine Wärmepumpe auf die Normaußentemperatur, also einen statistisch kalten Wintertag am Standort. In der Region Stuttgart unterscheidet sich dieser Wert spürbar. Die Werte stammen aus der Klimakarte des Bundesverbands Wärmepumpe nach DIN/TS 12831-1:
| Ort (PLZ) | Normaußentemperatur |
|---|---|
| Stuttgart-Mitte (70173) | −9,3 °C |
| Bad Cannstatt (70372) | −9,8 °C |
| Feuerbach (70469) | −10,7 °C |
| Degerloch (70597) | −11,3 °C |
| Vaihingen (70563) | −11,5 °C |
| Sindelfingen (71063) | −11,1 °C |
| Böblingen (71034) | −11,5 °C |
| Schönaich (71101) | −11,6 °C |
Was das praktisch heißt: Bei 20 °C Raumtemperatur braucht dasselbe Haus in Schönaich rund 8 % mehr Heizleistung als im Stuttgarter Talkessel. Ein pauschaler Wert wie „−12 °C für ganz Stuttgart“ führt deshalb im Talkessel leicht zu einer überdimensionierten Anlage.
Dämmen: Was vorher sinnvoll ist und was warten kann
Eine Komplettsanierung vor dem Heizungstausch ist selten nötig. Als Orientierung für einen wirtschaftlichen Betrieb nennen die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und das Fraunhofer ISE einen Verbrauch von höchstens 150 kWh pro m² und Jahr, inklusive Warmwasser. Darüber funktioniert die Wärmepumpe auch, aber mit höheren Stromkosten.
Ihren Wert berechnen Sie einfach: Jahresverbrauch in kWh (laut Gasrechnung) geteilt durch die Wohnfläche. Zum Vergleich: Ein typisches unsaniertes Einfamilienhaus aus den 1960er-Jahren liegt laut Institut Wohnen und Umwelt bei rund 265 kWh/m², teilsanierte Häuser deutlich darunter. Im Mittel verbrauchen Einfamilienhäuser mit Gasheizung laut Heizspiegel 2026 rund 127 kWh/m².
Liegt Ihr Haus deutlich über der Grenze, lohnen sich vor allem günstige Maßnahmen mit großer Wirkung:
- Oberste Geschossdecke dämmen: laut co2online rund 20 bis 80 € pro m², je nachdem, ob der Dachboden begehbar sein soll.
- Alte Fenster tauschen, vor allem einfach verglaste.
- Dach mitdenken: Steht ohnehin eine Dachsanierung an, gilt in Baden-Württemberg die Photovoltaik-Pflicht. Wie Sie beides sinnvoll verbinden, lesen Sie im Ratgeber Dachsanierung mit Photovoltaik.
Luft, Erde oder Hybrid: welche Wärmepumpe für den Altbau?
| Lösung | Wann sinnvoll | Zu beachten |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | Der Normalfall im Altbau, wenn der 55-Grad-Test gut ausgeht | Aufstellort und Schallschutz zum Nachbarn planen |
| Erdwärme (Sole-Wasser) | Hohe Effizienz, auch bei höheren Vorlauftemperaturen | Teurer durch die Bohrung, in Teilen Stuttgarts eingeschränkt (siehe unten) |
| Wärmepumpe für höhere Temperaturen | Wenn einzelne Heizkörper nicht getauscht werden können | Höhere Vorlauftemperaturen kosten Effizienz |
| Hybrid (Wärmepumpe plus vorhandener Gaskessel) | Als Brücke bei sehr hohem Wärmebedarf | Zwei Wärmeerzeuger, doppelte Wartung; Förderung im Einzelfall prüfen |
Ein Tipp für die Gerätewahl: Ab dem 1. Januar 2028 fördert die KfW nur noch Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel, etwa Propan (R290). Viele aktuelle Geräte arbeiten bereits damit und erreichen zugleich höhere Vorlauftemperaturen, was im Altbau hilft.
Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau 2026?
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Einfamilienhäusern ausgewertet. Der Median lag bei rund 35.000 € inklusive Installation, die meisten Angebote ohne Heizkörpertausch zwischen 30.000 und 40.000 €. Erdwärme ist durch die Bohrung teurer: co2online rechnet in einem Beispiel mit rund 47.000 €.
| Posten (Luft-Wasser, Einfamilienhaus) | Median laut Angebotsauswertung |
|---|---|
| Komplettangebot inkl. Installation | rund 35.000 € |
| davon Montage und Lohn | rund 6.900 € |
| davon Elektroinstallation | rund 2.600 € |
| davon Warmwasserbereitung | rund 2.400 € |
| davon Fundament | rund 1.400 € |
| davon Pufferspeicher | rund 1.200 € |
| Hydraulischer Abgleich | rund 1.100 € |
| Heizkörpertausch je Stück | rund 640 € |
Die Werte stammen aus Angeboten von Oktober 2024 bis Mai 2025 in Rheinland-Pfalz. Ihr Preis hängt vom Gerät, vom Aufstellort und vom Zustand der vorhandenen Heizungsanlage ab.
Förderung: bis zu 70 %, bei geringem Einkommen 80 %
Gefördert wird der Heizungstausch über den KfW-Zuschuss 458. Seit dem 21. Juli 2026 gilt:
- Grundförderung: 30 % für alle.
- Klimageschwindigkeitsbonus: 16 % für Selbstnutzer, die eine funktionierende Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzen. Für Anträge ab dem 1. Februar 2027 sinkt er auf 12 %, danach halbjährlich weiter.
- Einkommensbonus: 40, 30 oder 10 % bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000, 40.000 oder 50.000 €.
- Obergrenze: 70 %, bei geringem Einkommen 80 %, auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten. Das sind maximal 19.600 € bzw. 22.400 € Zuschuss.
Wichtig ist die Reihenfolge: Erst unterschreiben Sie den Vertrag mit dem Fachbetrieb mit einer Bedingung, die ihn nur bei Förderzusage wirksam macht. Dann stellen Sie den Antrag, und erst nach der Zusage wird eingebaut. Für die Förderung müssen Sie außerdem ein intelligentes Messsystem beim Messstellenbetreiber beantragen. Alle Boni, Sonderfälle und den Antragsweg Schritt für Schritt finden Sie im Ratgeber Wärmepumpe Förderung & Kosten 2026.
Rechenbeispiel: Einfamilienhaus in Stuttgart, Baujahr 1965
Ein Beispiel mit typischen Annahmen: 140 m² Wohnfläche, teilsaniert, bisher rund 20.000 kWh Gas im Jahr inklusive Warmwasser (rund 143 kWh/m²). Die Gasheizung ist älter als 20 Jahre, die Eigentümer wohnen selbst im Haus, ein Einkommensbonus greift nicht. Beim 55-Grad-Test blieben Bad und ein Eckzimmer zu kühl.
| Investition | Betrag |
|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe (8 kW) inkl. Installation | 34.000 € |
| Zwei Heizkörper tauschen | 1.300 € |
| Hydraulischer Abgleich | 1.100 € |
| Gesamtkosten | 36.400 € |
| KfW: 30 % + 16 % auf 28.000 € förderfähige Kosten | − 12.880 € |
| Eigenanteil | 23.520 € |
| Optional, nur in Stuttgart: Heizungsprogramm (8 kW × 300 € + 2 Räume × 500 €) | − 3.400 € |
| Eigenanteil mit Stuttgarter Zuschuss | 20.120 € |
Und im Betrieb? Mit Gas zahlt der Haushalt beim Durchschnittspreis von 11,93 ct/kWh (BDEW, August 2026) rund 2.390 € im Jahr. Bei einem Nutzungsgrad des alten Kessels von rund 90 % muss die Wärmepumpe etwa 18.000 kWh Wärme liefern. Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,4 braucht sie dafür etwa 5.300 kWh Strom. Mit einem Wärmepumpentarif zwischen 20,7 und 25,7 ct/kWh sind das rund 1.090 bis 1.360 € im Jahr, also 1.000 bis 1.300 € weniger als mit Gas. Selbst mit der schwächsten Luft-Wärmepumpe aus dem Feldtest (Jahresarbeitszahl 2,6) blieben noch rund 600 bis 950 € Ersparnis.
Ein Wärmepumpentarif braucht meist einen eigenen Zähler. Dafür reduziert der Netzbetreiber nach § 14a EnWG das Netzentgelt: entweder pauschal (bei Netze BW zum Beispiel 2026 rund 148 € im Jahr) oder um 60 % je Kilowattstunde. Mit einer eigenen Photovoltaikanlage für die Wärmepumpe sinken die Stromkosten weiter, vor allem im Frühjahr und Herbst.
Was 2026 rechtlich gilt: Das GModG ersetzt das Heizungsgesetz
Seit dem 29. Juli 2026 heißt das Gebäudeenergiegesetz „Gebäudemodernisierungsgesetz“ (GModG). Der Bundestag hat es am 10. Juli 2026 beschlossen. Für Sie als Altbau-Besitzer ändert sich vor allem:
- Die 65-%-Pflicht ist gestrichen. In Stuttgart ist sie nie wirksam geworden, weil die Frist für Großstädte zuvor auf den 31. Oktober 2026 verschoben worden war.
- Gas- und Ölheizungen sind wieder erlaubt. Wer seit dem 29. Juli 2026 eine neu einbaut, muss aber ab 2029 steigende Anteile Bio-Brennstoff nutzen: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040.
- Keine Austauschpflicht für alte Kessel: Bestehende Heizungen dürfen weiterlaufen und repariert werden.
- Wärmepumpen erfüllen alle Anforderungen, besondere Pflichten für Einfamilienhäuser gibt es nicht.
Besonderheit in Baden-Württemberg: Hier gilt zusätzlich das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG). Wer in einem Wohngebäude, das schon vor 2009 stand, die Heizung tauscht, muss mindestens 15 % erneuerbare Wärme nutzen oder Ersatzmaßnahmen nachweisen. Das Umweltministerium hat im September 2026 bestätigt, dass diese Regel weiter gilt. Eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von mindestens 2,5 erfüllt sie automatisch. Bei einer neuen Gasheizung kommen dagegen EWärmeG und GModG-Biostufen zusammen.
Gegen das GModG hat die Deutsche Umwelthilfe Ende September 2026 Verfassungsbeschwerde eingelegt. Eine Entscheidung gibt es noch nicht, das Gesetz gilt.
Besonderheiten in Stuttgart und der Region
Der Wärmeplan zeigt, wo Wärmepumpen vorgesehen sind
Stuttgart hat seinen kommunalen Wärmeplan im Dezember 2023 beschlossen. Laut dem Bericht wurden 61 % der Gebäudeflächen in Stuttgart vor 1977 gebaut. Für die meisten Gebiete außerhalb bestehender und geplanter Wärmenetze sieht der Plan eine eigene Heizung vor, in der Praxis meist eine Wärmepumpe. Bis 2035 soll ihr Anteil am Wärmeverbrauch der Stadt auf 41 % steigen.
Ob Ihr Haus in einem möglichen Fernwärmegebiet liegt, sehen Sie in der digitalen Wärmeplan-Karte der Stadt per Adresssuche. Wichtig: Der Plan enthält laut Stadt Empfehlungen, aber keine Pflichten, und in neuen Netzgebieten soll es keinen Anschlusszwang für bestehende Gebäude geben. Auch Böblingen, Sindelfingen und die anderen Großen Kreisstädte in Baden-Württemberg mussten einen Wärmeplan erstellen. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Stadt nach.
Erdwärme ist in Stuttgart oft schwierig
Der Stuttgarter Wärmeplan nennt zwei typische Hürden. Erdwärmesonden sind durch den Gipskeuper im Untergrund und durch die Heilquellenschutzgebiete begrenzt, in Teilen der Stadt sind Bohrungen ausgeschlossen oder nur mit Sondergenehmigung möglich. Bei Luft-Wärmepumpen sind in dichter Bebauung die Abstände für den Schallschutz teils schwierig einzuhalten. Beides ist lösbar, gehört aber an den Anfang der Planung.
Genehmigung und Schallschutz in Baden-Württemberg
Eine Luft-Wärmepumpe ist in Baden-Württemberg verfahrensfrei, Sie brauchen also keinen Bauantrag. Ein Außengerät bis 2,5 m Höhe darf laut Landesbauordnung sogar in der Abstandsfläche zum Nachbarn stehen. Einhalten muss es aber die Lärmgrenzen der TA Lärm, gemessen 0,5 m vor dem nächsten Fenster eines Wohnraums beim Nachbarn:
| Gebiet | tagsüber | nachts (22 bis 6 Uhr) |
|---|---|---|
| Reines Wohngebiet | 50 dB(A) | 35 dB(A) |
| Allgemeines Wohngebiet | 55 dB(A) | 40 dB(A) |
| Misch- und Dorfgebiet | 60 dB(A) | 45 dB(A) |
Entscheidend ist der Nachtwert. Mit einem leisen Gerät, dem richtigen Aufstellort und etwas Abstand ist das auch bei Reihen- und Doppelhäusern meist machbar. Liegt der Aufstellort außerhalb des Baufensters im Bebauungsplan, kann eine Zulassung durch die Baurechtsbehörde nötig sein.
Stuttgarter Heizungsprogramm: Zuschuss zusätzlich zur KfW
Für Häuser auf Stuttgarter Gemarkung gibt es seit 1. Mai 2026 neue Fördersätze:
- Wärmepumpe: 300 € je kW Heizleistung, bei 10 kW also 3.000 €.
- Größere Heizkörper oder neue Flächenheizung: 500 € je Raum.
- Erdwärmesonden: 50 € je Bohrmeter.
- Plus 10 % zum Beispiel bei Denkmalschutz, bei besonders schlecht gedämmten Häusern oder mit FamilienCard.
Die Bedingungen sind strenger als bei der KfW. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe muss eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,5 erreichen. Wer auch KfW-Förderung nutzt, stellt den städtischen Antrag nach der KfW-Zusage, und zwar spätestens vier Wochen danach. Zusammen mit der KfW ist die Förderung laut Stadt auf 60 % der förderfähigen Kosten begrenzt. Die Mittel stehen unter Vorbehalt, und die Stadt meldet ein sehr hohes Antragsvolumen. Für Häuser außerhalb Stuttgarts, etwa in Böblingen, Sindelfingen oder Schönaich, gilt das Programm nicht.
Wer in Stuttgart wohnt und vorab eine neutrale Einschätzung möchte, bekommt beim Energieberatungszentrum Stuttgart (EBZ) eine kostenlose Erstberatung von etwa 45 Minuten.
Wärmepumpe und Photovoltaik im Altbau
Eine Wärmepumpe macht aus Ihrem Haus einen größeren Stromverbraucher, und der günstigste Strom kommt vom eigenen Dach. Im Hochwinter deckt die Solaranlage nur einen kleinen Teil, in Frühjahr und Herbst dafür einen großen. Dazu kommen das ganze Jahr über Warmwasser und Haushaltsstrom. Ein Stromspeicher und eine Steuerung über die SG-Ready-Schnittstelle erhöhen den Eigenverbrauch weiter.
Wie PV-Anlage, Speicher und Wärmepumpe zusammenspielen und was die Kombination in Stuttgart spart, rechnen wir im Leitfaden Photovoltaik und Wärmepumpe kombinieren durch.
So gehen wir bei Ihrem Altbau vor
- Kostenloses Erstgespräch: Wir klären Baujahr, Verbrauch, vorhandene Heizung und Ihre Pläne. Rückmeldung in der Regel innerhalb von zwei Werktagen.
- Vor-Ort-Termin: Wir prüfen bestehende Heizungsanlage und Heizkörper, Aufstellmöglichkeiten für das Außengerät, Zählerplatz und Dach. Bringen Sie gern das Ergebnis Ihres 55-Grad-Tests mit.
- Heizlast und Planung: Raumweise Heizlastberechnung, Auswahl der Heizkörper, die getauscht werden sollten, und die passende Größe der Wärmepumpe.
- Angebot und Förderung: Sie erhalten ein Angebot, das erst mit der Förderzusage wirksam wird. Den KfW-Antrag stellen Sie selbst im Kundenportal, die nötige Bestätigung erstellt der Fachbetrieb. Wir begleiten Sie durch jeden Schritt.
- Einbau: Die Wärmepumpe installiert unser geprüfter Partnerbetrieb, die Photovoltaikanlage wir. Terminabstimmung und Kommunikation übernehmen wir, Ihr Ansprechpartner bleibt derselbe.
Sie möchten wissen, ob Ihr Haus geeignet ist? Wärmepumpe & Photovoltaik aus einer Hand ansehen oder direkt ein kostenloses Erstgespräch anfragen.
Häufige Fragen zur Wärmepumpe im Altbau
Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung?
Ja, in den meisten Fällen. Im Fraunhofer-Feldtest liefen viele Wärmepumpen mit normalen Heizkörpern effizient. Ausreichend große Heizkörper lassen sich mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben wie eine Fußbodenheizung. Oft müssen nur einzelne zu kleine Heizkörper getauscht werden.
Muss ich meinen Altbau vor dem Einbau einer Wärmepumpe dämmen?
Meist nicht komplett. Entscheidend ist, ob das Haus an kalten Tagen mit höchstens 55 °C Vorlauftemperatur warm wird. Liegt der Verbrauch deutlich über 150 kWh pro m² und Jahr, lohnen sich günstige Maßnahmen wie die Dämmung der obersten Geschossdecke oder der Tausch alter Fenster.
Wie finde ich heraus, ob mein Haus für eine Wärmepumpe geeignet ist?
Mit dem 55-Grad-Test: An kalten Tagen die Vorlauftemperatur der jetzigen Heizung auf 50 bis 55 °C begrenzen, alle Thermostate auf Stufe 3 stellen und ein bis drei Tage beobachten. Werden alle Räume warm, ist das Haus geeignet. Verbindlich wird es mit der raumweisen Heizlastberechnung durch den Fachbetrieb.
Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau mit Einbau?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus kostet mit Installation typischerweise 30.000 bis 40.000 €, im Median rund 35.000 € laut einer Auswertung von 160 Angeboten durch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Dazu kommen gegebenenfalls rund 640 € je getauschtem Heizkörper. Erdwärme kostet durch die Bohrung mehr.
Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe im Altbau 2026?
Die KfW zahlt 30 % Grundförderung, Selbstnutzer bekommen beim Austausch einer alten fossilen Heizung 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und je nach Einkommen bis zu 40 % Einkommensbonus. Insgesamt sind bis zu 70 %, bei geringem Einkommen 80 % von maximal 28.000 € förderfähigen Kosten möglich. Für Anträge ab 1. Februar 2027 sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus auf 12 %.
Darf ich 2026 noch eine Gasheizung in den Altbau einbauen?
Ja, seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz vom Juli 2026 ist das wieder erlaubt. Neu eingebaute Gasheizungen müssen aber ab 2029 steigende Anteile Bio-Brennstoff nutzen, ab 2040 60 %. In Baden-Württemberg gilt zusätzlich das Erneuerbare-Wärme-Gesetz mit 15 % erneuerbarer Wärme beim Heizungstausch, das eine Wärmepumpe automatisch erfüllt.
Brauche ich in Baden-Württemberg eine Genehmigung für eine Wärmepumpe?
Für eine Luft-Wärmepumpe nicht, sie ist nach der Landesbauordnung verfahrensfrei. Sie muss aber die Lärmgrenzen der TA Lärm einhalten, nachts zum Beispiel 40 dB(A) im allgemeinen Wohngebiet vor dem Fenster des Nachbarn. Erdwärmesonden brauchen dagegen eine behördliche Prüfung und sind in Teilen Stuttgarts eingeschränkt.
Welche Förderung gibt es in Stuttgart zusätzlich zur KfW?
Das Stuttgarter Heizungsprogramm zahlt 300 € je kW Wärmepumpenleistung, 500 € je Raum für größere Heizkörper und 50 € je Bohrmeter für Erdsonden. Es gilt nur für Gebäude auf Stuttgarter Gemarkung, der Antrag folgt spätestens vier Wochen nach der KfW-Zusage. Zusammen mit der KfW ist die Förderung auf 60 % begrenzt.
Fazit: Erst testen, dann planen
Ein Altbau ist kein Grund gegen eine Wärmepumpe. Ob es bei Ihnen gut passt, zeigen der 55-Grad-Test in diesem Winter und eine ehrliche Heizlastberechnung. Wer bis Ende Januar 2027 den Förderantrag stellt, sichert sich noch 16 % Klimageschwindigkeitsbonus. Dafür muss der Vertrag mit Förderbedingung vorher stehen, also sollte die Planung jetzt beginnen. Wir prüfen Ihr Haus gern gemeinsam mit unserem Partnerbetrieb: Jetzt kostenloses Erstgespräch anfragen.
Quellen
- Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Projekt WP-QS im Bestand, November 2025)
- Fraunhofer ISE: Schlussbericht WP-QS im Bestand
- Umweltbundesamt / ifeu: Niedertemperaturfähigkeit von Gebäuden (CLIMATE CHANGE 20/2026)
- Umweltbundesamt: Factsheet Lösungsoptionen für Wärmepumpen im Gebäudebestand
- Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: So funktioniert die Wärmepumpe im Altbau
- Zukunft Altbau: Test – Ist mein Haus fit für eine Wärmepumpe?
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Auswertung von 160 Wärmepumpen-Angeboten
- Bundesverband Wärmepumpe: Praxisratgeber Modernisieren
- Bundesverband Wärmepumpe: Klimakarte mit Normaußentemperaturen nach DIN/TS 12831-1
- Institut Wohnen und Umwelt: Deutsche Wohngebäudetypologie
- co2online: Heizspiegel 2026
- co2online: Dämmung der obersten Geschossdecke
- BDEW: Gaspreisanalyse August 2026
- Verivox: Preisentwicklung Wärmepumpenstrom
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458)
- Bundesregierung: Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz
- GModG § 43: Anforderungen an neu eingebaute Gas- und Ölheizungen
- Umweltministerium Baden-Württemberg: FAQ Heizen (EWärmeG)
- Stadt Stuttgart: Kommunaler Wärmeplan
- Stadt Stuttgart: Heizungsprogramm
- Energieberatungszentrum Stuttgart: Kostenfreie Erstberatung
- Landtag Baden-Württemberg, Drucksache 17/7222: Wärmepumpen und Abstandsflächen
- TA Lärm: Immissionsrichtwerte
- Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG
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