Wallbox mit Photovoltaik 2026: E-Auto mit eigenem Solarstrom laden – Kosten, Technik, Überschussladen
Wallbox mit Photovoltaik 2026: E-Auto für ca. 8–12 statt 40 Cent pro kWh laden. PV-Überschussladen, Kosten, § 14a EnWG, THG-Quote und V2H – der Praxis-Leitfaden aus der Region Stuttgart.
Eine Wallbox mit Photovoltaik-Anbindung lädt Ihr E-Auto per PV-Überschussladen bevorzugt mit eigenem Solarstrom – für ca. 8–12 statt 35–40 Cent pro Kilowattstunde. Nötig sind eine steuerbare Wallbox mit PV-Schnittstelle, ein Energiemanagement und idealerweise automatische Phasenumschaltung. Komplett installiert kostet das 2026 meist ca. 1.500–3.500 €.
Verfasst vom ehoch7 Team – Ihrem Fachbetrieb für Photovoltaik, Speicher & Ladelösungen aus Schönaich bei Stuttgart (EnBW-Partner, Autarkie Experten). Zuletzt geprüft: Juli 2026. Preis- und Rechtsangaben sind Richtwerte (u. a. § 14a und § 118 EnWG, THG-Quote); Konditionen ändern sich laufend – vor der Beauftragung tagesaktuell prüfen oder direkt von uns prüfen lassen.
Über 2 Millionen reine Elektroautos waren laut Kraftfahrt-Bundesamt Anfang 2026 in Deutschland zugelassen – allein 2025 kamen rund 545.000 dazu. Gleichzeitig kostet die Kilowattstunde an öffentlichen Schnellladern oft 60 Cent und mehr. Wer eine PV-Anlage auf dem Dach hat, sitzt dagegen auf dem günstigsten „Kraftstoff" überhaupt: eigenem Solarstrom.
Dieser Leitfaden zeigt, wie PV-Überschussladen technisch funktioniert, was die Kombination aus Wallbox und Photovoltaik wirklich kostet, welche Regeln 2026 gelten (§ 14a EnWG, Anmeldung, Förderung) – und was vom Trendthema bidirektionales Laden heute schon nutzbar ist.
Warum Wallbox + Photovoltaik 2026 die stärkste Kombination ist
Vier Entwicklungen machen das Solarladen gerade jetzt so attraktiv:
- Einspeisen lohnt immer weniger. Neue Anlagen bis 10 kWp erhalten aktuell 7,78 ct/kWh (ab August 2026: 7,71 ct) – und der EEG-2027-Entwurf stellt die feste Vergütung für neue Kleinanlagen ganz infrage. Jede Kilowattstunde im Auto ist dagegen ca. 35–40 Cent Netzstrom wert.
- Das E-Auto ist der größte Eigenverbrauchs-Hebel. Ein Elektroauto mit 15.000 km Jahresfahrleistung verbraucht ca. 2.500–3.000 kWh – richtig gesteuert hebt es die Eigenverbrauchsquote Ihrer PV-Anlage um 10–20 Prozentpunkte.
- Die THG-Quote hat sich erholt. Nach dem Einbruch 2024/2025 zahlen Anbieter für 2026 wieder ca. 300–370 € Fixprämie pro E-Auto – für Privatpersonen steuerfrei.
- Bidirektionales Laden ist seit 2026 rechtlich geregelt. Die EnWG-Novelle hat zum 01.01.2026 die doppelten Netzentgelte abgeschafft – das E-Auto darf nun offiziell als Speicher arbeiten. Erste Serienlösungen sind auf dem Markt.
So funktioniert PV-Überschussladen
Beim Überschussladen fließt nur der Solarstrom ins Auto, den Ihr Haushalt gerade nicht braucht. Ein Messpunkt am Netzanschluss erkennt sekündlich, wie viel Leistung Richtung Netz fließen würde – und die Wallbox regelt den Ladestrom exakt auf diesen Überschuss ein. Statt für unter 8 Cent einzuspeisen, „tanken" Sie den Strom selbst.
Diese drei Komponenten brauchen Sie
- Steuerbare Wallbox mit PV-Schnittstelle: Sie muss ihren Ladestrom dynamisch regeln können und mit Ihrem Energiemanagement kommunizieren.
- Messung am Hausanschluss: Ein Smart Meter bzw. Energiezähler liefert die Überschuss-Daten in Echtzeit.
- Energiemanagement (HEMS): Es koordiniert PV-Anlage, Haushalt, Speicher und Wallbox – und entscheidet, wohin der Überschuss zuerst fließt.
Der entscheidende Punkt: Mindestladeleistung und Phasenumschaltung
E-Autos laden nicht beliebig langsam. Dreiphasig liegt die Mindestladeleistung bei ca. 4,1–4,3 kW – so viel Überschuss liefert eine typische Hausanlage nur um die Mittagszeit bei gutem Wetter. Einphasig startet das Laden dagegen schon ab ca. 1,4 kW.
Deshalb ist die automatische Phasenumschaltung das wichtigste Ausstattungsmerkmal einer PV-Wallbox: Bei wenig Sonne lädt sie einphasig (ca. 1,4–3,7 kW, begrenzt durch die Schieflastgrenze von 4,6 kVA), bei viel Sonne schaltet sie auf dreiphasig um (bis 11 kW). So nutzen Sie auch Frühjahrs- und Herbsttage, an denen Boxen ohne Umschaltung gar nicht erst anlaufen.
Ladekosten im Vergleich: Solarstrom schlägt alles
Was das konkret bedeutet, zeigt der Kostenvergleich für ein typisches E-Auto mit ca. 18 kWh Verbrauch pro 100 km:
| Ladequelle | Kosten pro kWh | Kosten pro 100 km | Jahreskosten (15.000 km) |
|---|---|---|---|
| Eigener PV-Überschuss | ca. 8–12 ct | ca. 1,50–2,20 € | ca. 220–330 € |
| Netzstrom (Haushaltstarif) | ca. 35–40 ct | ca. 6,30–7,20 € | ca. 950–1.080 € |
| Öffentliche AC-Ladesäule | ca. 45–59 ct | ca. 8,10–10,60 € | ca. 1.220–1.590 € |
| Öffentlicher DC-Schnelllader | ca. 59–79 ct | ca. 10,60–14,20 € | ca. 1.590–2.130 € |
Zur Einordnung: Als PV-Kosten setzen wir die Gestehungskosten Ihres Solarstroms an (ca. 8–12 ct/kWh). Wirtschaftlich korrekt kommt die entgangene Einspeisevergütung von ca. 7,8 ct dazu – selbst dann bleibt Solarladen um den Faktor 2 bis 4 günstiger als jede Alternative.
Reicht Ihre PV-Anlage für das E-Auto?
Die Faustregel: Ab ca. 6 kWp wird Überschussladen sinnvoll, ideal sind 8–12 kWp für Haushalt plus ein E-Auto. An einem guten Sommertag liefert eine 8-kWp-Anlage nach Abzug des Haushaltsverbrauchs ca. 15–20 kWh Überschuss – genug für 80–110 km Reichweite pro Tag.
| Situation | Jahresstrombedarf gesamt | Empfohlene PV-Leistung |
|---|---|---|
| 4-Personen-Haushalt ohne E-Auto | ca. 4.000–5.000 kWh | ca. 6–8 kWp |
| + 1 E-Auto (15.000 km/Jahr) | ca. 6.500–8.000 kWh | ca. 9–12 kWp |
| + E-Auto und Wärmepumpe | ca. 9.000–12.000 kWh | ca. 12–15 kWp |
Und im Winter? Ehrliche Antwort: Von November bis Februar reicht der Überschuss selten für nennenswertes Solarladen. Dann laden Sie über den Haushaltstarif oder – noch besser – über einen dynamischen Stromtarif in günstigen Nachtstunden. Wer die Anlage neu plant oder 2026 noch eine Solaranlage kauft, sollte das E-Auto von Anfang an in die Dimensionierung einrechnen; bei Bestandsanlagen lohnt oft eine Erweiterung um Garage oder Carport.
Welche Wallbox eignet sich für PV-Überschussladen?
Wir arbeiten herstellerunabhängig – wichtiger als die Marke sind diese sechs Kriterien:
- PV-Schnittstelle / HEMS-Kompatibilität: Die Wallbox muss mit Ihrem Wechselrichter- bzw. Speichersystem kommunizieren können. Insellösungen, die nur ihre eigene App kennen, führen zu Konflikten.
- Automatische Phasenumschaltung 1-/3-phasig: Das Muss-Feature fürs Überschussladen (siehe oben).
- 11 kW statt 22 kW: 11 kW sind nur anzeigepflichtig, laden jedes gängige E-Auto über Nacht voll und passen zum PV-Überschuss. 22 kW brauchen eine Genehmigung des Netzbetreibers und bringen beim Solarladen praktisch nichts.
- Steuerbarkeit nach § 14a EnWG: Für Neuinstallationen ohnehin Pflicht – die Box muss das Steuersignal des Netzbetreibers umsetzen können.
- Geeichter Zähler (MID): Sinnvoll, wenn Sie Dienstwagen-Ladestrom abrechnen wollen.
- Zukunftsoption ISO 15118: „Plug & Charge" und Bidi-Fähigkeit werden wichtiger – ein Blick ins Datenblatt lohnt.
Preisrahmen 2026: Einfache 11-kW-Boxen gibt es ab ca. 400–800 €, PV-optimierte Modelle mit Phasenumschaltung liegen bei ca. 700–1.500 €.
Kosten und Wirtschaftlichkeit: Das ehrliche Rechenbeispiel
| Kostenposition | Typische Spanne |
|---|---|
| PV-fähige Wallbox (11 kW, Phasenumschaltung) | ca. 700–1.500 € |
| Installation (Zuleitung, FI/LS, Inbetriebnahme) | ca. 600–1.500 € |
| Energiezähler / EMS-Anbindung | ca. 150–500 € |
| Zählerschrank-Anpassung (falls nötig) | ca. 0–1.000 € |
| Gesamt schlüsselfertig | ca. 1.500–3.500 € |
Wichtig zu wissen: Anders als PV-Anlage und Speicher ist die Wallbox nicht vom Nullsteuersatz erfasst – auf sie fallen regulär 19 % Mehrwertsteuer an. Genau deshalb lohnt es sich, Wallbox und Elektrik-Arbeiten gleich bei der PV- oder Speicher-Installation mitzuplanen: Ein gemeinsamer Montagetermin spart Anfahrten und doppelte Arbeiten am Zählerschrank.
Rechenbeispiel Einfamilienhaus Region Stuttgart: 15.000 km/Jahr × 18 kWh/100 km = 2.700 kWh Ladebedarf. Bei 50 % Solaranteil (realistisch mit Homeoffice-Tagen) laden Sie 1.350 kWh vom eigenen Dach. Ersparnis gegenüber Netzstrom (36 ct) abzüglich entgangener Einspeisevergütung (7,8 ct): 1.350 kWh × ca. 28 ct = ca. 380 € pro Jahr. Dazu kommt die THG-Prämie von ca. 300–370 €. Eine komplette PV-Wallbox-Installation für ca. 2.500 € amortisiert sich damit in ca. 3–5 Jahren – Vielfahrer und Haushalte, die bisher öffentlich laden, sind deutlich schneller.
§ 14a EnWG und dynamische Tarife: Pflicht trifft Chance
Seit 2024 gilt: Jede neue Wallbox über 4,2 kW ist automatisch eine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG. Der Netzbetreiber darf die Ladeleistung bei Netzengpässen vorübergehend auf 4,2 kW dimmen – komplett abschalten darf er nicht, und in der Praxis sind solche Eingriffe selten. Im Gegenzug erhalten Sie reduzierte Netzentgelte: je nach Netzgebiet und Modul ca. 100–200 € Entlastung pro Jahr.
Richtig spannend wird die Kombination mit einem dynamischen Stromtarif: Im Winter, wenn der PV-Überschuss fehlt, lädt das Auto automatisch in den günstigsten Börsenstunden – oft nachts für unter 20 ct/kWh. Ein gutes Energiemanagement verbindet beides: Sommer = Sonne, Winter = Börsentief.
Förderung 2026: Was es für Wallboxen noch gibt – und was nicht mehr
Hier kursieren besonders viele veraltete Angaben. Der Stand für die Region Stuttgart, Juli 2026:
- KfW 440/442 sind Geschichte: Die bundesweiten Wallbox-Zuschüsse sind seit Jahren ausgelaufen – wer heute noch damit wirbt, arbeitet mit alten Texten.
- Solaroffensive Stuttgart – Achtung: Mit der Richtlinie vom 1. Mai 2026 hat die Landeshauptstadt die Förderung für Ladeinfrastruktur gestrichen. Gefördert werden weiterhin begleitende Maßnahmen bei neuen PV-Anlagen sowie Speicher in Verbindung mit neuer PV (Details bei der Stadt Stuttgart).
- THG-Quote als „Ersatzförderung": Für 2026 zahlen seriöse Anbieter ca. 300–370 € Fixprämie pro E-Auto – steuerfrei für Privatpersonen. Wichtig: Einreichung beim Umweltbundesamt nur bis 15. November; Details erklärt der ADAC.
- Umlandkommunen prüfen: Einzelne Städte und Landkreise legen eigene kleine Programme auf – das checken wir bei der Beratung mit. Einen Überblick gibt unser Ratgeber zu Förderungen in Baden-Württemberg.
Speicher und E-Auto: Wer bekommt den Solarstrom zuerst?
Viele unserer Kunden haben beides – oder planen es. Dann stellt sich die Prioritätsfrage, und die beantwortet das Energiemanagement:
- Standard-Logik: Erst der Haushalt, dann der Heimspeicher, dann das Auto. So ist der teure Abendstrom fürs Haus gesichert, bevor die große Autobatterie „schluckt".
- Sommer-Logik: An ertragreichen Tagen ist der Speicher mittags längst voll – der restliche Überschuss gehört komplett dem Auto.
- Nicht sinnvoll: Das Auto nachts aus dem Heimspeicher laden. Eine Autobatterie (50–80 kWh) leert einen 10-kWh-Speicher in einer Stunde – mit doppelten Wandlungsverlusten und unnötigen Zyklen.
Deshalb gilt bei der Planung: Der Heimspeicher wird für den Haushalt dimensioniert, nicht für das Auto. Wie Sie einen Speicher an einer Bestandsanlage ergänzen, zeigt unser Leitfaden zum Stromspeicher nachrüsten – und wenn zusätzlich eine Wärmepumpe geplant ist, lohnt der Blick auf die Kombination aus PV und Wärmepumpe.
Bidirektionales Laden 2026: Das E-Auto als Stromspeicher
Lange war es ein Zukunftsversprechen – seit 2026 ist es rechtlich Realität: Mit der EnWG-Novelle entfallen seit dem 1. Januar 2026 die doppelten Netzentgelte für rückgespeisten Strom (§ 118 Abs. 6 EnWG); das E-Auto wird regulatorisch wie ein stationärer Speicher behandelt. Seit März 2026 regelt die VDE-AR-N 4105 die technische Umsetzung, und die MiSpeL-Festlegung der Bundesnetzagentur vereinfacht seit April die Abrechnung.
Was heute schon geht:
- V2L (Vehicle-to-Load): Steckdose im Auto für Geräte – bei vielen Modellen (z. B. Hyundai, Kia) serienmäßig, keine Anmeldung nötig.
- V2H (Vehicle-to-Home): Das Auto versorgt abends das Haus. Funktioniert mit kompatiblen Fahrzeugen (u. a. VW-ID.-Familie, Skoda Enyaq, Cupra Born, Hyundai Ioniq 5, Kia EV6, Renault 5) und einer bidirektionalen DC-Wallbox – die kostet aktuell allerdings noch ca. 2.500–6.500 €.
- V2G (Vehicle-to-Grid): Rückspeisung ins Netz gegen Vergütung. Die ersten kommerziellen Tarife laufen seit Anfang 2026 (z. B. BMW mit E.ON, bis zu 720 € Bonus pro Jahr); Voraussetzung sind Smart Meter und freigeschaltetes Fahrzeug.
Unsere ehrliche Einschätzung als Fachbetrieb: V2H/V2G wird den Heimspeicher langfristig ergänzen, teils ersetzen – aber 2026 ist der Aufpreis für bidirektionale Wallboxen nur für Early Adopter mit passendem Fahrzeug rational. Für alle anderen gilt: Heute eine gute steuerbare PV-Wallbox installieren, sauber verkabeln – und die Bidi-Option offenhalten, statt sie teuer vorauszubezahlen.
In 6 Schritten zur Wallbox mit PV-Überschussladen
- Ladebedarf klären: Jahresfahrleistung, Standzeiten (steht das Auto tagsüber zuhause?), Dienstwagen-Abrechnung ja/nein.
- PV-Anlage & Elektrik prüfen: Anlagengröße, Wechselrichter, Zählerschrank, Leitungsweg zur Garage – bei uns Teil der kostenlosen Bestandsaufnahme.
- Wallbox auswählen: 11 kW, PV-Schnittstelle, Phasenumschaltung, HEMS-kompatibel.
- Installation durch den Fachbetrieb: Zuleitung, Absicherung (FI/LS), Montage und Inbetriebnahme – je nach Leitungsweg meist an einem Tag erledigt.
- Anmeldung: Anzeige beim Netzbetreiber (bis 12 kW), § 14a-Teilnahme; über 12 kW wäre eine Genehmigung nötig.
- Ladestrategie einrichten: Überschussladen aktivieren, Mindestladung für „Muss-morgen-voll-sein"-Tage definieren, Priorität gegenüber dem Speicher festlegen.
Anmeldung und Pflichten: Kurz und klar
- Jede Wallbox wird beim örtlichen Netzbetreiber (in unserer Region meist Netze BW oder Stadtwerke Stuttgart) angezeigt – das übernehmen wir.
- Bis 12 kW: nur anzeigepflichtig. Über 12 kW (z. B. 22-kW-Box): genehmigungspflichtig nach § 19 NAV.
- § 14a EnWG: Neue Wallboxen über 4,2 kW nehmen automatisch teil – mit reduzierten Netzentgelten als Gegenleistung.
- Kein Marktstammdatenregister-Eintrag für die reine Wallbox nötig; erst eine bidirektionale Rückspeisung wird wie ein Speicher registriert.
Die 7 häufigsten Fehler bei Wallbox + Photovoltaik
- Billig-Wallbox ohne PV-Schnittstelle gekauft: Die 300-€-Box lädt – aber nie nach Sonne. Nachrüsten ist teurer als gleich richtig kaufen.
- Keine Phasenumschaltung: Ohne sie startet das Überschussladen erst ab ca. 4,1 kW – an vielen Tagen also gar nicht.
- 22 kW beantragt ohne Nutzen: Genehmigungsverfahren und Mehrkosten, obwohl kaum ein E-Auto AC-seitig mehr als 11 kW lädt.
- Insel-Systeme kombiniert: Wallbox, Wechselrichter und Speicher aus drei Welten ohne gemeinsames Energiemanagement – der Klassiker bei getrennt beauftragten Gewerken.
- Winter-Erwartung zu hoch: Wer glaubt, im Januar solar zu laden, ist enttäuscht – die Lösung heißt dynamischer Tarif, nicht größere Wallbox.
- THG-Quote verschenkt: Ca. 300–370 € pro Jahr liegen lassen, weil die Anmeldung 15 Minuten dauert? Stichtag 15. November beachten.
- Auf bidirektional gewartet: Wer seit zwei Jahren auf V2G wartet, hat bereits 700–1.500 € Ladekosten-Ersparnis verpasst.
Checkliste: Bereit für das Solarladen?
- ✔ PV-Anlage vorhanden oder geplant (ideal ab ca. 8 kWp mit E-Auto)
- ✔ Stellplatz mit machbarem Leitungsweg zum Zählerschrank
- ✔ Auto steht regelmäßig tagsüber zuhause (Homeoffice, Teilzeit, Zweitwagen)
- ✔ Wallbox-Kriterien: 11 kW, PV-Schnittstelle, Phasenumschaltung, § 14a-fähig
- ✔ Energiemanagement mit Speicher/Wechselrichter abgestimmt
- ✔ THG-Quote angemeldet (Stichtag 15. November)
- ✔ Angebot mit Festpreis inkl. Anmeldung beim Netzbetreiber
Häufige Fragen zu Wallbox und Photovoltaik
Kann ich mein E-Auto direkt mit Photovoltaik laden?
Ja – mit einer steuerbaren Wallbox, die per Energiemanagement den PV-Überschuss erkennt und den Ladestrom darauf regelt. Das Auto lädt dann bevorzugt oder ausschließlich mit eigenem Solarstrom für ca. 8–12 ct/kWh.
Welche Wallbox brauche ich für PV-Überschussladen?
Eine 11-kW-Wallbox mit PV-Schnittstelle, dynamischer Ladestromregelung und idealerweise automatischer 1-/3-phasiger Phasenumschaltung. Entscheidend ist die Kompatibilität mit Ihrem Wechselrichter- bzw. Speichersystem.
Was kostet eine Wallbox mit PV-Anbindung inklusive Montage?
2026 typischerweise ca. 1.500–3.500 € komplett: Wallbox ca. 700–1.500 €, Installation ca. 600–1.500 €, dazu Energiezähler und eventuell Zählerschrank-Anpassung. Auf Wallboxen fallen 19 % MwSt. an – anders als bei PV und Speicher.
Wie viel kWp Photovoltaik brauche ich für ein E-Auto?
Für Haushalt plus ein E-Auto mit ca. 15.000 km Jahresfahrleistung empfehlen sich ca. 9–12 kWp. Überschussladen wird ab ca. 6 kWp sinnvoll; kommt eine Wärmepumpe dazu, besser 12–15 kWp.
Wie schnell lädt das Auto mit PV-Überschuss?
So schnell, wie die Sonne liefert: einphasig ab ca. 1,4 kW (ca. 8–10 km Reichweite pro Stunde), dreiphasig bis 11 kW (ca. 60–70 km pro Stunde). An guten Sommertagen kommen so 80–110 km Solar-Reichweite pro Tag zusammen.
Wird eine Wallbox 2026 noch gefördert?
Bundesweit nein – KfW 440/442 sind ausgelaufen, und die Stuttgarter Solaroffensive fördert Ladeinfrastruktur seit Mai 2026 nicht mehr. Als Ausgleich wirkt die THG-Quote mit ca. 300–370 € pro Jahr; einzelne Umlandkommunen haben eigene kleine Programme.
Soll das E-Auto aus dem Heimspeicher geladen werden?
In der Regel nein. Der Heimspeicher ist für den Abendverbrauch des Hauses dimensioniert; eine Autobatterie würde ihn in kurzer Zeit leeren – mit doppelten Wandlungsverlusten. Das Energiemanagement priorisiert deshalb Haushalt und Speicher vor dem Auto.
Was ist bidirektionales Laden – und geht das schon?
Dabei speist das E-Auto Strom zurück ins Haus (V2H) oder Netz (V2G). Seit 01.01.2026 ist die doppelte Netzentgelt-Belastung abgeschafft, seit März 2026 gilt die technische Norm. V2H funktioniert mit kompatiblen Fahrzeugen und DC-Wallboxen (ca. 2.500–6.500 €); erste V2G-Tarife sind gestartet. Für die meisten lohnt sich heute noch die klassische PV-Wallbox – mit offener Bidi-Option.
Muss ich meine Wallbox anmelden?
Ja. Bis 12 kW genügt die Anzeige beim Netzbetreiber, über 12 kW ist eine Genehmigung nach § 19 NAV nötig. Neue Wallboxen über 4,2 kW nehmen zudem automatisch an § 14a EnWG teil – dafür gibt es reduzierte Netzentgelte. Die Anmeldung übernimmt Ihr Fachbetrieb.
Fazit: Das E-Auto gehört ans eigene Dach
Kein anderer Verbraucher macht Ihre Photovoltaikanlage so wertvoll wie ein E-Auto – und keine Tankstelle ist günstiger als das eigene Dach. Mit der richtigen Wallbox, sauberem Energiemanagement und realistischer Planung laden Sie für einen Bruchteil der öffentlichen Ladepreise, sichern sich die THG-Prämie und sind für bidirektionales Laden vorbereitet.
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