Photovoltaik-Förderung Baden-Württemberg 2026: Was es noch gibt und was nicht
Photovoltaik-Förderung in Baden-Württemberg 2026: kein Landeszuschuss, aber 0 % Mehrwertsteuer, Steuerfreiheit, Einspeisevergütung bis Ende 2026, Kredite von L-Bank und KfW und kommunale Programme wie in Stuttgart und Tübingen.
Kurz gesagt: Einen Zuschuss des Landes Baden-Württemberg für Photovoltaik oder Batteriespeicher gibt es 2026 nicht. Gefördert wird trotzdem, nur anders: Beim Kauf fällt keine Mehrwertsteuer an, die Erträge sind steuerfrei, wer bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb geht, erhält noch die feste Einspeisevergütung, und L-Bank und KfW finanzieren mit Förderkrediten. Dazu kommen einzelne Städte mit eigenen Programmen, etwa Stuttgart und Tübingen.
Verfasst vom ehoch7 Team, Ihrem Fachbetrieb für Photovoltaik aus Schönaich bei Stuttgart. Zuletzt aktualisiert: 26.09.2026. Alle Angaben beruhen auf den offiziellen Seiten von Bundesnetzagentur, Bundesfinanzministerium, KfW, L-Bank, Umweltministerium Baden-Württemberg und der genannten Städte.
Photovoltaik-Förderung 2026 in Baden-Württemberg auf einen Blick
| Förderung | Art | Stand September 2026 |
|---|---|---|
| Einspeisevergütung (EEG) | feste Vergütung für 20 Jahre | 7,70 ct/kWh bis 10 kWp, nur bei Inbetriebnahme bis 31.12.2026 |
| Nullsteuersatz | 0 % Mehrwertsteuer | unbefristet, Anlagen auf oder in der Nähe von Wohngebäuden (bis 30 kWp gilt das als erfüllt) |
| Einkommensteuerbefreiung | steuerfreie Erträge | bis 30 kWp je Wohneinheit, höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigem |
| L-Bank „Wohnen mit Zukunft: Photovoltaik“ | zinsgünstiger Kredit | aktiv, PV, Speicher und Wallbox ab 5.000 € |
| KfW 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ | Förderkredit | aktiv, bis 100 % der Kosten |
| Landeszuschuss für PV oder Speicher | – | gibt es nicht, frühere Speicherprogramme beendet |
| Kommunale Programme | Zuschüsse | je nach Stadt, zum Beispiel Stuttgart und Tübingen |
1. Einspeisevergütung 2026 und das geplante Ende der festen Vergütung
Für Dachanlagen mit Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 gelten laut Bundesnetzagentur diese Sätze, jeweils für 20 Jahre plus das Jahr der Inbetriebnahme:
| Anlagengröße | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 7,70 ct/kWh | 12,22 ct/kWh |
| Anteil 10 bis 40 kWp | 6,66 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
Die Sätze gelten nur bis Jahresende, weil das EEG 2023 am 31. Dezember 2026 ausläuft. Für die Zeit danach hat die Bundesregierung am 29. Juli 2026 eine Novelle beschlossen, die jetzt im Bundestag beraten wird. Nach dem Regierungsentwurf soll die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen entfallen. Kleine Anlagen (etwa unter 25 kW) sollen stattdessen übergangsweise rund 5,2 ct/kWh für höchstens 36 Monate erhalten. Danach bleiben die Direktvermarktung oder eine unentgeltliche Abnahme. Wichtig: Das ist ein Entwurf und kann sich noch ändern. Sicher ist nur: Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, bleiben im heutigen EEG mit fester Vergütung für 20 Jahre. Den aktuellen Stand des Verfahrens und alle Details für neue und bestehende Anlagen fassen wir im Ratgeber Einspeisevergütung 2027 zusammen.
Was das Solarspitzengesetz für neue Anlagen bedeutet
Für Anlagen mit Inbetriebnahme seit dem 25. Februar 2025 gelten zwei Regeln. Ohne intelligentes Messsystem und Steuerbox dürfen Anlagen unter 100 kW mit Einspeisevergütung höchstens 60 % ihrer Leistung ins Netz einspeisen, der Eigenverbrauch im Haus ist davon nicht betroffen. Und ab dem Jahr nach dem Einbau eines intelligenten Messsystems gibt es bei negativen Börsenpreisen keine Vergütung. Die ausgefallenen Viertelstunden werden zur Hälfte am Ende des Vergütungszeitraums angehängt. Beides spricht dafür, möglichst viel Solarstrom selbst zu nutzen, zum Beispiel mit Speicher und Energiemanagement.
2. Keine Mehrwertsteuer auf Photovoltaikanlagen
Seit 2023 gilt für Photovoltaikanlagen auf oder in der Nähe von Wohngebäuden ein Mehrwertsteuersatz von 0 %. Das umfasst Module, Wechselrichter, Batteriespeicher und die Installation. Dass die Anlage zu einem Wohngebäude gehört, wird unterstellt, wenn sie laut Marktstammdatenregister höchstens 30 kWp hat. Die Regel ist nicht befristet.
3. Keine Einkommensteuer auf die Erträge
Einnahmen aus Photovoltaikanlagen sind nach § 3 Nr. 72 Einkommensteuergesetz steuerfrei, wenn die Anlage höchstens 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit hat und insgesamt 100 kWp je Steuerpflichtigem nicht überschreitet. Das gilt für Anlagen auf, an oder in Gebäuden einschließlich Nebengebäuden wie Garagen.
4. L-Bank: „Wohnen mit Zukunft: Photovoltaik“
Das ist das wichtigste Programm des Landes, allerdings ein zinsverbilligter Kredit und kein Zuschuss.
- Gefördert: Photovoltaikanlage, Batteriespeicher (auch ohne neue Anlage), Planung, Baumaßnahmen, Netzanschluss, Messeinrichtungen und Wallbox
- Betrag: ab 5.000 €, bis zu 100 % der Kosten
- Voraussetzungen: Anlage bis 30 kWp, Wohngebäude in Baden-Württemberg mit höchstens drei Wohneinheiten, eine davon selbst bewohnt mit Erstwohnsitz, Einbau durch einen Fachbetrieb
- Antrag: über die Hausbank, und zwar vor Beginn des Vorhabens
5. KfW 270: Erneuerbare Energien – Standard
Der Förderkredit der KfW steht auch Privatpersonen offen, wenn ein Teil des Stroms eingespeist wird. Finanziert werden Photovoltaik auf Dach und Fassade sowie Batteriespeicher bis zu 100 % der Kosten, mit Laufzeiten bis 30 Jahre. Der Zins richtet sich nach der Bonität. Beantragt wird über die Bank vor Beginn des Vorhabens. Balkonkraftwerke sind ausgeschlossen.
6. Förderung durch Städte und Gemeinden
Echte Zuschüsse gibt es 2026 vor allem von den Kommunen. Die Unterschiede sind groß, selbst zwischen Nachbarstädten. Hier der Stand in unserer Region:
Stuttgart: Solaroffensive
Seit 1. Mai 2026 fördert Stuttgart Begleitmaßnahmen wie Gerüst, Zählerplatz und Statik mit bis zu 50 % der Kosten und höchstens 300 € je kWp, dazu Speicher zusammen mit einer neuen Anlage mit 100 € je kWh. Die Mittel für 2026 sind ausgeschöpft, Anträge werden aber weiter angenommen, und laut Stadt können bewilligte Zuschüsse ab 2027 ausgezahlt werden. Alle Details im Ratgeber zur Solaroffensive Stuttgart 2026 und auf unserer Seite Photovoltaik in Stuttgart.
Tübingen: Photovoltaik und Batteriespeicher
Tübingen fördert Anlagen mit voll belegten Dachflächen je nach Größe mit 500 bis 700 €, dazu 400 € Norddach-Bonus und 250 € für einen Speicher ab 2 kWh. Indach-Anlagen und Solardachziegel auf Bestandsgebäuden in der Altstadt, in Satzungsgebieten oder unter Denkmalschutz werden mit 1.000 bis 1.500 € gefördert, höchstens gibt es 3.000 € je Antrag. Die Standardförderung wird erst nach der Installation beantragt. Inbetriebnahme, Antrag und Nachweise müssen bis 31. Dezember 2026 vorliegen. Mehr auf unserer Seite Photovoltaik in Tübingen.
Landkreis Esslingen
Die Stadt Esslingen hat kein eigenes Programm. Laut Landkreis Esslingen gibt es aber Programme in einzelnen Kommunen, etwa das Energie-Förderprogramm der Stadt Wendlingen, das Klimaschutz-Förderprogramm der Stadt Filderstadt 2026/2027 sowie Programme für Steckersolargeräte in Nürtingen und Holzmaden. Mehr zu Esslingen auf unserer Seite Photovoltaik in Esslingen.
Böblingen und Reutlingen
Böblingen fördert Dachanlagen nicht. Das städtische Programm für Balkonkraftwerke ist seit dem 17. August 2026 ausgeschöpft. Reutlingen hat kein eigenes Förderprogramm, auch Balkonkraftwerke werden dort derzeit nicht gefördert. Was in beiden Städten sonst gilt, lesen Sie auf unseren Seiten Photovoltaik in Böblingen und Sindelfingen und Photovoltaik in Reutlingen.
7. Batteriespeicher: keine Landesförderung
Das Umweltministerium Baden-Württemberg stellt klar, dass Batteriespeicher im Land nicht gefördert werden. Die Programme aus den Jahren 2018/19 und 2021 sind beendet. Zuschüsse gibt es nur kommunal, etwa 100 € je kWh in Stuttgart oder 250 € pauschal in Tübingen. Finanzieren lässt sich ein Speicher über den L-Bank-Kredit, auch ohne neue Solaranlage.
8. Balkonkraftwerk: Förderung in Baden-Württemberg
Ein Landesprogramm für Balkonkraftwerke gibt es nicht. Auch die Städte fahren ihre Programme zurück: Stuttgart fördert Balkonkraftwerke seit Mai 2026 nicht mehr, in Böblingen ist das Budget seit August 2026 ausgeschöpft, und Reutlingen fördert derzeit nicht. Tübingen unterstützt nur Inhaber der KreisBonusCard mit 75 % der Kosten, höchstens 800 €. Ein Blick auf die Seite der eigenen Gemeinde lohnt sich trotzdem, kleinere Kommunen wie Nürtingen oder Holzmaden haben eigene Programme.
9. Den BW-e-Solar-Gutschein gibt es nicht mehr
Der BW-e-Solar-Gutschein förderte Elektrofahrzeuge und Wallboxen in Verbindung mit einer Solaranlage. Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat ihn zum 31. Dezember 2023 eingestellt, Anträge sind nicht mehr möglich. Eine Wallbox lässt sich heute über den L-Bank-Kredit mitfinanzieren.
PV-Pflicht in Baden-Württemberg: was sie für die Förderung bedeutet
Die Photovoltaik-Pflicht gilt weiter: für neue Nichtwohngebäude seit 1. Januar 2022, für neue Wohngebäude seit 1. Mai 2022 und seit 1. Januar 2023 auch bei einer grundlegenden Dachsanierung. Belegt werden müssen jeweils mindestens 60 % der geeigneten Dachfläche. Für die Förderung ist das wichtig: Städtische Programme wie in Stuttgart oder Tübingen fördern nur den Teil einer Anlage, der über die Pflicht hinausgeht. Der Koalitionsvertrag enthält keine Pläne, die PV-Pflicht abzuschaffen.
Häufige Fragen zur Photovoltaik-Förderung in Baden-Württemberg
Gibt es 2026 noch Förderung für Solaranlagen in Baden-Württemberg?
Ja, aber keinen Zuschuss vom Land. Gefördert wird über 0 % Mehrwertsteuer, steuerfreie Erträge, die Einspeisevergütung, Kredite von L-Bank und KfW sowie kommunale Zuschüsse, etwa in Stuttgart und Tübingen.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung im Herbst 2026?
Für Anlagen bis 10 kWp mit Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 beträgt sie 7,70 ct/kWh bei Teileinspeisung und 12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung, garantiert für 20 Jahre.
Was passiert mit der Einspeisevergütung ab 2027?
Nach dem Regierungsentwurf zur EEG-Novelle soll die feste Vergütung für neue Anlagen entfallen. Kleine Anlagen (etwa unter 25 kW) sollen übergangsweise rund 5,2 ct/kWh für höchstens 36 Monate erhalten. Der Entwurf ist noch nicht beschlossen. Anlagen mit Inbetriebnahme bis 31. Dezember 2026 behalten die heutige feste Vergütung.
Wird ein Batteriespeicher in Baden-Württemberg gefördert?
Nicht vom Land, die früheren Speicherprogramme sind beendet. Einzelne Städte fördern Speicher, etwa Stuttgart mit 100 € je kWh zusammen mit einer neuen Anlage. Finanzieren lässt sich ein Speicher über den Förderkredit der L-Bank.
Gibt es eine Förderung für Balkonkraftwerke in Baden-Württemberg?
Kein Landesprogramm. Einige Kommunen fördern, andere haben ihre Programme beendet oder das Budget ausgeschöpft, darunter Stuttgart und Böblingen. In Tübingen gibt es Förderung nur mit KreisBonusCard.
Muss ich eine Förderung vor dem Kauf beantragen?
Bei den meisten Programmen ja. Die Kredite von L-Bank und KfW werden vor Beginn des Vorhabens beantragt, die Solaroffensive in Stuttgart vor der Beauftragung. Eine Ausnahme ist die Standardförderung in Tübingen, die erst nach der Installation beantragt wird. Mehrwertsteuer- und Einkommensteuerbefreiung greifen dagegen automatisch.
Fazit: Die wichtigste Förderung 2026 ist der Termin
Der größte Hebel ist 2026 nicht ein Zuschuss, sondern das Datum der Inbetriebnahme. Wer bis zum 31. Dezember 2026 ans Netz geht, sichert sich die feste Einspeisevergütung für 20 Jahre. Dazu kommen die Steuervorteile und, je nach Wohnort, ein kommunaler Zuschuss. Wir prüfen im Beratungsgespräch, welche Programme für Ihr Haus in Frage kommen, und planen den Zeitplan entsprechend. Jetzt kostenloses Angebot anfordern oder mehr über unsere Photovoltaikanlagen lesen.
Quellen: Bundesnetzagentur, EEG-Vergütungssätze, Deutscher Bundestag, EEG-Novelle 2027, Bundesfinanzministerium, FAQ Photovoltaik, KfW 270, L-Bank, Wohnen mit Zukunft: Photovoltaik, Umweltministerium BW, FAQ Dachflächen-PV, Landkreis Esslingen, Photovoltaik-Kampagne, L-Bank, BW-e-Solar-Gutschein.
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