Stromspeicher-Größe berechnen 2026: Wie groß muss der Batteriespeicher sein? Simulation für Stuttgart
Wie groß muss ein Stromspeicher sein? Für die meisten Haushalte reichen 1 bis 1,5 kWh je 1.000 kWh Verbrauch. Das zeigt unsere Simulation mit 27 gemessenen Haushalten und Stuttgarter Sonnendaten, inklusive Wärmepumpe, Kosten und Faustregel-Tabelle.
Für einen typischen Haushalt reichen 1 bis 1,5 kWh nutzbare Speicherkapazität je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch, bei 4.000 kWh also 4 bis 6 kWh. Das zeigt unsere Simulation mit gemessenen Lastgängen von 27 Einfamilienhäusern und zehn Jahren Stuttgarter Sonnendaten. Jede weitere Kilowattstunde darüber erhöht die Autarkie nur noch um rund 1 bis 2 Prozentpunkte und rechnet sich kaum.
Verfasst vom ehoch7 Team, Ihrem Fachbetrieb für Photovoltaik und Stromspeicher aus Schönaich bei Stuttgart. Stand: 29. Oktober 2026. Alle Simulationsergebnisse in diesem Artikel haben wir selbst berechnet. Wie, beschreiben wir transparent im Abschnitt So haben wir gerechnet.
Das Wichtigste in Kürze
- Faustregel: 1 bis 1,5 kWh je 1.000 kWh Verbrauch, höchstens 1,5 kWh je kWp PV-Leistung. Der kleinere Wert gilt. Die Obergrenzen entsprechen der Empfehlung der HTW Berlin.
- Unser Ergebnis für Stuttgart: Bei 4.000 kWh Verbrauch und 8 kWp Süddach steigt die Autarkie von 41 % ohne Speicher auf 70 % mit 4 kWh und 78 % mit 6 kWh. Mit 12 kWh sind es nur 86 %.
- Der Zusatznutzen fällt schnell: Die ersten Kilowattstunden Speicher sparen je rund 64 bis 73 € im Jahr, ab 8 kWh nur noch rund 9 €.
- Im Winter bleibt eine Lücke: Im Dezember erreicht ein 4-kWh-Speicher 42 % Autarkie, ein doppelt so großer nur 54 %. Im Winter fehlt vor allem der Solarüberschuss.
- Mit Wärmepumpe: Die Faustregel gilt bezogen auf den Gesamtverbrauch. Mehr als rund 1,5 kWh je 1.000 kWh bringt auch hier kaum noch etwas.
- Neue Regeln: Ein normal geregelter Speicher verhindert die Abregelung bei der 60-%-Einspeisegrenze nicht. Dafür braucht es eine intelligente Ladesteuerung.
Die Faustregel: Speichergröße in 30 Sekunden berechnen
Die Forschungsgruppe Solarspeichersysteme der HTW Berlin hat drei einfache Regeln für die Auslegung veröffentlicht:
- Die PV-Leistung sollte mindestens 0,5 kWp je 1.000 kWh Jahresverbrauch betragen.
- Die nutzbare Speicherkapazität sollte höchstens 1,5 kWh je kWp PV-Leistung betragen.
- Die nutzbare Speicherkapazität sollte höchstens 1,5 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch betragen.
Maßgeblich ist laut Stromspeicher-Inspektion 2025 der kleinere der beiden Speicherwerte. Die Begründung der HTW: Ein Einfamilienhaus verbraucht nachts etwa 1,5 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Mehr kann ein Speicher im Alltag kaum sinnvoll leeren. Die Verbraucherzentrale nennt ebenfalls etwa 1,5 kWh je 1.000 kWh. Die HTW nennt damit Obergrenzen. Die Untergrenze von 1 kWh je 1.000 kWh ist unsere Empfehlung aus der Simulation: Schon damit holen Sie den größten Teil des Nutzens.
| Jahresverbrauch | Empfohlene nutzbare Kapazität | Nötige PV-Leistung für das obere Ende |
|---|---|---|
| 2.500 kWh | 2,5 bis 3,75 kWh | ab 2,5 kWp |
| 3.500 kWh | 3,5 bis 5,25 kWh | ab 3,5 kWp |
| 4.500 kWh | 4,5 bis 6,75 kWh | ab 4,5 kWp |
| 6.000 kWh | 6 bis 9 kWh | ab 6 kWp |
| 8.000 kWh (z. B. mit Wärmepumpe) | 8 bis 12 kWh | ab 8 kWp |
Ein häufiger Fehler ist die Faustregel „1 kWh je kWp“. Bei einem großen Dach führt sie schnell zu einem überdimensionierten Speicher. Laut Stromspeicher-Inspektion 2026 der HTW werden Speicher häufig pauschal so ausgelegt. In der Stromspeicher-Inspektion 2025 rechnet die HTW vor: Bei 4.000 kWh Verbrauch und einer 12-kWp-Anlage sollte die nutzbare Kapazität höchstens 6 kWh betragen, nicht 12 kWh.
Unsere Simulation für Stuttgart: Was jede Kilowattstunde bringt
Faustregeln sind gut, Zahlen sind besser. Deshalb haben wir nachgerechnet: mit den gemessenen Stromverbräuchen von 27 Einfamilienhäusern im Viertelstundentakt und den stündlichen Solardaten für Stuttgart aus zehn Jahren (2014 bis 2023). Das Beispiel unten zeigt einen Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch und 8 kWp Photovoltaik.
Süddach: Haushalt mit 4.000 kWh und 8 kWp
| Speicher | Autarkie | Eigenverbrauch | Ersparnis pro Jahr | Plus je kWh |
|---|---|---|---|---|
| ohne | 41 % | 18 % | – | – |
| 2 kWh | 57 % | 28 % | 146 € | 73 € |
| 4 kWh | 70 % | 34 % | 274 € | 64 € |
| 6 kWh | 78 % | 38 % | 351 € | 39 € |
| 8 kWh | 82 % | 40 % | 391 € | 20 € |
| 12 kWh | 86 % | 42 % | 426 € | 9 € |
Die Ersparnis gilt gegenüber derselben Anlage ohne Speicher. Wir rechnen mit 33 ct/kWh Arbeitspreis für Netzstrom und 7,70 ct/kWh Einspeisevergütung. Die 33 ct sind unsere Annahme: Der BDEW-Durchschnitt für Neukunden liegt 2026 bei 37,3 ct/kWh, enthält aber den Grundpreis anteilig, und den senkt ein Speicher nicht. Die Ersparnis entsteht, weil jede gespeicherte Kilowattstunde teuren Netzstrom ersetzt, statt für wenig Geld eingespeist zu werden.
Die Tabelle zeigt den entscheidenden Effekt: Bis etwa 4 kWh bringt jede weitere Kilowattstunde 64 bis 73 € im Jahr. Zwischen 6 und 8 kWh sind es noch 20 €, darüber nur noch 9 €. Bei Speicherpreisen von mehreren hundert Euro je Kilowattstunde amortisieren sich diese zusätzlichen Kilowattstunden kaum innerhalb der Lebensdauer.
Zum Vergleich: der Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin
Für dieselbe Kombination aus 4.000 kWh und 8 kWp liefert der Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin 36 % Autarkie ohne Speicher, 63 % mit 4 kWh, 76 % mit 8 kWh und 80 % mit 12 kWh. Unsere Werte liegen einige Prozentpunkte darüber. Das ist erklärbar: Der HTW-Rechner nutzt Wetterdaten aus Brandenburg mit rund 1.024 kWh je kWp, Stuttgart kommt in unseren Daten auf rund 1.130 kWh je kWp. Außerdem rechnet die HTW mit einem AC-gekoppelten Speicher mit 84 % Wirkungsgrad, von dem nur 90 % der Kapazität genutzt werden, mit einem Standard-Lastprofil nach VDI 4655 und mit Minutenwerten. Entscheidend ist: Die Kurve knickt in beiden Rechnungen an derselben Stelle ab.
Der Winter: Warum auch ein großer Speicher eine Lücke lässt
Viele Hausbesitzer wünschen sich einen großen Speicher, um auch im Winter unabhängig zu sein. Unsere Monatswerte zeigen, warum das nicht gelingt:
| Monat | ohne Speicher | 4 kWh | 8 kWh |
|---|---|---|---|
| Januar | 25 % | 47 % | 59 % |
| März | 43 % | 75 % | 92 % |
| Juni | 59 % | 94 % | 99 % |
| September | 48 % | 83 % | 97 % |
| November | 27 % | 52 % | 68 % |
| Dezember | 22 % | 42 % | 54 % |
Von April bis August deckt schon ein 4-kWh-Speicher rund 87 bis 94 % des Bedarfs. Von September bis März hebt ein doppelt so großer Speicher die Autarkie zwar um 12 bis 17 Prozentpunkte, die Winterlücke schließt er aber nicht: Im Dezember kommt auch mit 8 kWh fast die Hälfte des Stroms aus dem Netz, weil kaum Überschuss zum Laden da ist. Übers ganze Jahr steigt die Ersparnis von 4 auf 8 kWh in unserem Beispiel nur um rund 120 €. Den Strombedarf im Dezember kann keine haushaltsübliche Batterie aus dem Sommer herüberretten.
Süddach oder Ost/West-Dach?
Bei gleicher Leistung erzeugt ein Ost/West-Dach in Stuttgart weniger Strom, rund 935 statt 1.130 kWh je kWp in unseren Daten. Dafür verteilt sich der Ertrag gleichmäßiger über den Tag. Für die Speichergröße bedeutet das:
| Speicher | Autarkie Süd | Autarkie Ost/West | Plus je weitere kWh (Ost/West) |
|---|---|---|---|
| ohne | 41 % | 41 % | – |
| 2 kWh | 57 % | 57 % | 73 € |
| 4 kWh | 70 % | 69 % | 57 € |
| 6 kWh | 78 % | 75 % | 29 € |
| 8 kWh | 82 % | 77 % | 12 € |
| 12 kWh | 86 % | 79 % | 4 € |
Beim Ost/West-Dach flacht die Kurve früher ab. Hier ist das untere Ende der Faustregel, also rund 1 kWh je 1.000 kWh Verbrauch, meist die wirtschaftlichere Wahl.
Wie groß sollte der Stromspeicher mit Wärmepumpe sein?
Für Häuser mit Wärmepumpe haben wir dieselbe Rechnung mit den getrennt gemessenen Wärmepumpen-Lastgängen derselben 27 Häuser gemacht. Im Mittel verbrauchen sie rund 3.000 kWh Haushaltsstrom und rund 5.000 kWh für die Wärmepumpe. Gerechnet ist mit dem Messjahr 2019 und 12 kWp Süddach, Ergebnisse auf 8.000 kWh Gesamtverbrauch bezogen, Ersparnis gegenüber derselben Anlage ohne Speicher:
| Speicher | Autarkie | Ersparnis pro Jahr | Plus je kWh |
|---|---|---|---|
| ohne | 32 % | – | – |
| 4 kWh | 47 % | 295 € | 74 € |
| 8 kWh | 56 % | 477 € | 45 € |
| 12 kWh | 62 % | 589 € | 28 € |
| 16 kWh | 65 % | 653 € | 16 € |
| 24 kWh | 68 % | 710 € | 7 € |
Die Faustregel funktioniert also auch mit Wärmepumpe, wenn Sie sie auf den Gesamtverbrauch beziehen: Bei 8.000 kWh sind 8 bis 12 kWh sinnvoll. Die HTW kommt in ihrer Stromspeicher-Inspektion 2026 zu einem ähnlichen Bild. Für einen Haushalt mit Wärmepumpe und E-Auto (9.363 kWh, 40 ct/kWh, verlustfrei gerechnetes Speichersystem) bringt dort ein Speicher von 12 statt 8 kWh 164 € mehr im Jahr, der Schritt von 12 auf 16 kWh noch 108 €.
Der Grund ist derselbe wie beim Haushaltsstrom: Die Wärmepumpe braucht ihren Strom vor allem im Winter. Im Januar lag die Autarkie in unserer Rechnung selbst mit 8 kWh Speicher nur bei rund 25 %. Wie Photovoltaik und Wärmepumpe am besten zusammenspielen, lesen Sie im Ratgeber Photovoltaik und Wärmepumpe kombinieren. Ob sich Ihr Haus für eine Wärmepumpe eignet, zeigt unser Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.
Brauche ich mit E-Auto einen größeren Speicher?
Meist nicht so viel größer, wie viele denken. Ein Heimspeicher ist zu klein, um ein E-Auto regelmäßig voll zu laden, und jede Umladung über den Speicher kostet Wirkungsgrad. Besser ist es, das Auto tagsüber direkt mit Solarüberschuss zu laden. Wie das funktioniert, steht im Ratgeber Wallbox mit Photovoltaik.
Lädt das Auto dagegen fast immer abends zu Hause, kann ein etwas größerer Speicher sinnvoll sein. Auch die HTW schreibt: Soll künftig eine Wärmepumpe oder ein E-Auto hinzukommen, kann eine höhere Speicherkapazität sinnvoll sein. Rechnen Sie den Ladestrom dann in den Jahresverbrauch ein und bleiben Sie beim oberen Ende der Faustregel.
Was kostet ein Stromspeicher 2026, und ab wann rechnet er sich?
Die Preise sind in den letzten Jahren stark gefallen. Forscher der RWTH Aachen schätzten den Systempreis für Heimspeicher 2022 noch auf rund 1.200 € je kWh. Die Verbraucherzentrale NRW hat 70 echte Angebote von Januar 2025 bis August 2026 ausgewertet:
| Speichergröße | Durchschnittspreis je kWh |
|---|---|
| 4 bis 6 kWh | 510 € |
| über 6 bis 8 kWh | 480 € |
| über 8 bis 10 kWh | 410 € |
| über 10 bis 12 kWh | 390 € |
| über 12 bis 16 kWh | 360 € |
Die Verbraucherzentrale nennt allgemein 300 bis 700 € je kWh inklusive Installation. Ein nachträglich eingebauter AC-Speicher ist meist teurer, die Kosten dafür finden Sie im Ratgeber Stromspeicher nachrüsten. Gut zu wissen: Für Speicher, die Strom aus der eigenen Solaranlage speichern, fällt beim Kauf durch den Anlagenbetreiber keine Mehrwertsteuer an (§ 12 Abs. 3 UStG), auch beim nachträglichen Einbau. Voraussetzung ist eine Anlage auf oder in der Nähe eines Wohngebäudes, bei bis zu 30 kWp gilt das als erfüllt.
Vereinfachte Rechnung für unser Beispiel mit den Durchschnittspreisen aus der Tabelle. Ob diese die Installation enthalten, gibt die Auswertung nicht an, die tatsächlichen Kosten können also höher liegen:
- 4 kWh: rund 2.040 € bei 274 € Ersparnis pro Jahr, also rund 7,5 Jahre bis zur Amortisation.
- 6 kWh: rund 3.060 € bei 351 € pro Jahr, also rund 9 Jahre.
- 8 kWh: rund 3.840 € bei 391 € pro Jahr, also rund 10 Jahre.
- 12 kWh: rund 4.680 € bei 426 € pro Jahr, also rund 11 Jahre.
- Die Schritte darüber: Von 6 auf 8 kWh kostet rund 780 € mehr und bringt 40 € pro Jahr, das sind rund 20 Jahre. Von 8 auf 12 kWh sind es rund 840 € für 35 € pro Jahr, also rund 24 Jahre. Beides liegt über der üblichen Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren, die die Verbraucherzentrale nennt.
Die Rechnung berücksichtigt weder Alterung noch Preisänderungen. Laut einer Feldmessung der RWTH Aachen an 21 Heimspeichern der ersten Generation verloren diese im Mittel 2 bis 3 Prozentpunkte nutzbare Kapazität pro Jahr. Hersteller garantieren laut HTW oft 80 % Restkapazität nach 10 Jahren, die Spanne reicht von 60 bis 85 %. Der Kern bleibt: Die ersten Kilowattstunden rechnen sich gut, die letzten kaum.
Was sich 2025 bis 2027 ändert
Solarspitzengesetz: 60-%-Grenze und negative Preise
Seit dem 25. Februar 2025 gelten für neue Anlagen neue Regeln. Anlagen unter 25 kW mit Einspeisevergütung dürfen höchstens 60 % ihrer Leistung ins Netz einspeisen, bis ein intelligentes Messsystem mit Steuerungseinrichtung eingebaut und die Steuerung erfolgreich getestet ist (§ 9 Abs. 2 EEG). Außerdem gibt es für Zeiten mit negativen Börsenpreisen keine Vergütung. Bei Anlagen unter 100 kW greift das erst ab dem Jahr nach dem Einbau des intelligenten Messsystems, die ausgefallene Zeit wird teilweise am Ende der Förderdauer angehängt (§§ 51, 51a EEG).
Wir haben nachgerechnet, was die 60-%-Grenze kostet. Bei 8 kWp Süddach und 4.000 kWh Verbrauch werden rund 2,7 % des Solarstroms abgeregelt. Ein normal geregelter Speicher ändert daran nichts, denn er ist an sonnigen Tagen meist schon vor der Mittagsspitze voll. Lädt er vormittags gezielt nur die Leistungsspitze, sinkt der Verlust in unserer Rechnung auf 0,8 %. Diese einfache Zeitsteuerung kostete allerdings rund 5 Prozentpunkte Autarkie, weil der Speicher an wechselhaften Tagen nicht mehr voll wurde. Deshalb kommt es auf ein Energiemanagement mit Wetterprognose an: Es lädt an sonnigen Tagen erst die Spitze und an trüben Tagen sofort.
EEG-Novelle 2027: noch nicht beschlossen
Der Regierungsentwurf zur EEG-Novelle (Bundestags-Drucksache 21/7867) sieht für neue kleine Anlagen ab 2027 keine feste Einspeisevergütung mehr vor, sondern eine befristete Übergangszahlung von rechnerisch 5,2 ct/kWh für 36 Monate, für Inbetriebnahmen 2027 bei Anlagen unter 50 kW. Neue Dachanlagen unter 100 kW sollen zudem dauerhaft nur noch 50 % ihrer Leistung einspeisen dürfen. Stand 29. Oktober 2026 hat der Bundestag darüber noch nicht abgestimmt.
Käme die 50-%-Grenze, würden in unserem Beispiel ohne Speicher rund 7,7 % des Solarstroms abgeregelt. Mit einem normal geregelten Speicher wären es kaum weniger, mit der vormittags zeitgesteuerten Ladung rund 3,1 %. Für die richtige Speichergröße heißt das: Der Eigenverbrauch würde wertvoller, weil jede eingespeiste Kilowattstunde weniger oder nichts mehr bringt. Wichtiger als ein größerer Speicher wäre aber eine kluge Ladesteuerung. Den aktuellen Stand der Novelle verfolgen wir im Ratgeber Einspeisevergütung 2027.
Speicher aus dem Netz laden: MiSpeL
Am 1. Oktober 2026 hat die Bundesnetzagentur ihre Festlegung „MiSpeL“ beschlossen. Sie regelt, wie Speicher gemischt mit Solar- und Netzstrom betrieben werden können, etwa mit einem dynamischen Stromtarif. Laut Bundesnetzagentur gelten diese Regeln aber nur in der Direktvermarktung, nicht für Anlagen mit fester Einspeisevergütung. Für die meisten Eigenheime ändert sich dadurch vorerst nichts an der Speichergröße.
Weitere Kriterien neben der Größe
- Nutzbare statt Brutto-Kapazität: Vergleichen Sie immer die nutzbare Kapazität. Alle Werte in diesem Artikel beziehen sich darauf.
- Wirkungsgrad und Stand-by: In der Stromspeicher-Inspektion 2026 der HTW lag der Stand-by-Verbrauch der getesteten Systeme bei leerer Batterie zwischen 4 und 64 W. Zwischen dem besten und dem schwächsten System der 10-kW-Klasse lagen dort rund 200 € im Jahr. Effizienz ist also ein ebenso wichtiges Kaufkriterium wie die Größe.
- Lade- und Entladeleistung: Sie bestimmt, ob der Speicher den Herd oder die Wärmepumpe am Abend mitversorgen kann, oder ob zusätzlich Netzstrom fließt.
- Ersatzstrom: Ein Heimspeicher versorgt das Haus bei einem Stromausfall nicht automatisch. Laut Stromspeicher-Inspektion 2026 sind die dort namentlich genannten Systeme zwar ersatzstromfähig, die meisten brauchen dafür aber Zusatzkomponenten wie einen Netztrennschalter. Wer eine Reserve für den Notfall einplant, sollte dafür etwas Kapazität zusätzlich vorsehen. Mehr dazu im Ratgeber Photovoltaik mit Notstrom.
- Erweiterbarkeit: Viele Systeme lassen sich später um Module erweitern. Das ist die bessere Lösung, wenn eine Wärmepumpe oder ein E-Auto erst geplant ist.
Förderung für Stromspeicher in Stuttgart
Die Stadt Stuttgart fördert im Rahmen der Solaroffensive netzdienliche Stromspeicher für Gebäude im Stadtgebiet mit 100 € je kWh nutzbarer Kapazität, aber nur zusammen mit einer neuen Photovoltaikanlage. Gefördert wird höchstens 1 kWh Speicher je kWp PV-Leistung, bei 10 kWp also höchstens 10 kWh. Der Antrag muss vor der Beauftragung gestellt werden, und die Mittel stehen unter Haushaltsvorbehalt. Alle Programme in der Region finden Sie im Ratgeber Photovoltaik-Förderung in Baden-Württemberg.
In 5 Schritten zur richtigen Speichergröße
- Jahresverbrauch ermitteln: Den Wert der letzten Stromrechnung nehmen und geplante Verbraucher wie Wärmepumpe oder E-Auto hinzurechnen.
- PV-Leistung festlegen: Mindestens 0,5 kWp je 1.000 kWh, in der Praxis belegen die meisten das Dach deutlich größer.
- Faustregel anwenden: 1 bis 1,5 kWh nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Verbrauch, höchstens 1,5 kWh je kWp. Der kleinere Wert gilt.
- Sonderfälle prüfen: Ost/West-Dach eher unteres Ende, mit Wärmepumpe auf den Gesamtverbrauch beziehen, Ersatzstrom-Reserve zusätzlich einplanen.
- Angebote vergleichen: Nutzbare Kapazität, Wirkungsgrad, Stand-by-Verbrauch, Erweiterbarkeit und Garantiebedingungen prüfen.
Wir planen Ihren Speicher anhand Ihres tatsächlichen Verbrauchs, Ihrer Dachfläche und Ihrer Pläne für Wärmepumpe oder E-Auto, nicht nach Katalog. Jetzt kostenloses Erstgespräch anfragen oder Photovoltaikanlage mit Speicher ansehen.
Häufige Fragen zur Stromspeicher-Größe
Wie groß sollte ein Stromspeicher für ein Einfamilienhaus sein?
Für die meisten Einfamilienhäuser sind 1 bis 1,5 kWh nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch sinnvoll, bei 4.000 kWh also 4 bis 6 kWh. In unserer Simulation für Stuttgart steigt die Autarkie damit von 41 % auf 70 bis 78 %. Jede weitere kWh bringt dann nur noch rund 1 bis 2 Prozentpunkte.
Wie berechne ich die richtige Speichergröße?
Teilen Sie Ihren Jahresverbrauch in kWh durch 1.000 und multiplizieren Sie mit 1 bis 1,5. Prüfen Sie dann, ob das Ergebnis über 1,5 kWh je kWp PV-Leistung liegt. Maßgeblich ist der kleinere Wert. Beispiel: 5.000 kWh Verbrauch und 8 kWp ergeben 5 bis 7,5 kWh.
Ist ein 10-kWh-Speicher bei 10 kWp sinnvoll?
Nur bei hohem Verbrauch. Für einen Haushalt mit 4.000 bis 5.000 kWh liegt die sinnvolle Größe bei 4 bis 7,5 kWh. Ein 10-kWh-Speicher passt eher zu rund 7.000 kWh und mehr, etwa mit Wärmepumpe oder E-Auto. Die Regel „1 kWh je kWp“ führt bei großen Dächern oft zu überdimensionierten Speichern.
Wie groß sollte der Stromspeicher mit Wärmepumpe sein?
Beziehen Sie die Faustregel auf den Gesamtverbrauch aus Haushalt und Wärmepumpe. Bei 8.000 kWh sind 8 bis 12 kWh sinnvoll. In unserer Simulation brachte jede Kilowattstunde über 16 kWh nur noch rund 7 € im Jahr, weil die Wärmepumpe ihren Strom vor allem im Winter braucht.
Brauche ich mit E-Auto einen größeren Stromspeicher?
Meist nur dann, wenn das Auto fast immer abends zu Hause lädt. Besser ist es, tagsüber direkt mit Solarüberschuss zu laden. Rechnen Sie den Ladestrom in den Jahresverbrauch ein und bleiben Sie beim oberen Ende der Faustregel.
Lohnt sich ein größerer Speicher für den Winter?
Kaum. Ein doppelt so großer Speicher hob die Autarkie im Dezember in unserer Rechnung nur von 42 auf 54 %, weil im Winter der Solarüberschuss zum Laden fehlt. Übers ganze Jahr stieg die Ersparnis von 4 auf 8 kWh nur um rund 120 €. Im Sommer deckt schon ein 4-kWh-Speicher rund 90 % des Bedarfs.
Was kostet ein 10-kWh-Stromspeicher 2026?
Laut Auswertung von 70 Angeboten durch die Verbraucherzentrale NRW lag der Durchschnittspreis für Speicher von über 8 bis 10 kWh bei 410 € je kWh, also rund 4.100 € für 10 kWh. Die Verbraucherzentrale nennt allgemein 300 bis 700 € je kWh inklusive Installation. Nachgerüstete AC-Speicher sind meist teurer.
Ändert die EEG-Novelle 2027 die richtige Speichergröße?
Die Novelle ist noch nicht beschlossen. Sie würde den Eigenverbrauch wertvoller machen und neue Dachanlagen unter 100 kW auf 50 % Einspeisung begrenzen. In unserer Rechnung verhindert ein normal geregelter Speicher die Abregelung aber kaum. Wichtiger als mehr Kapazität wäre dann eine Ladesteuerung mit Wetterprognose.
So haben wir gerechnet
- Verbrauchsdaten: Gemessene Lastgänge im Viertelstundentakt aus dem Datensatz WPuQ des Instituts für Solarenergieforschung Hameln (ISFH). Wir haben die 27 Einfamilienhäuser ohne eigene PV-Anlage verwendet, für die das Messjahr 2019 lückenlos vorliegt. Haushaltsstrom und Wärmepumpe sind dort getrennt gemessen. Der Haushaltsstrom liegt im Median bei rund 3.060 kWh im Jahr.
- Solardaten: Stündliche Erträge für Stuttgart aus PVGIS (Datenbank SARAH-3) der Europäischen Kommission, Jahre 2014 bis 2023, 14 % Systemverluste. Süddach mit 35° Neigung, Ost/West-Dach mit 15° Neigung. Für das Wärmepumpen-Szenario haben wir das zum Messjahr passende Wetterjahr 2019 verwendet.
- Normierung: PV-Leistung und Speicher haben wir für jedes Haus auf seinen eigenen Verbrauch bezogen, also zum Beispiel 2 kWp und 1 kWh je 1.000 kWh. Die Ergebnisse sind Mittelwerte über alle Häuser und Wetterjahre und auf das Beispiel mit 4.000 kWh übertragen.
- Speichermodell: Nutzbare Kapazität wie angegeben, Lade- und Entladeleistung 0,5 kW je kWh (mindestens 2,5 kW, höchstens 5 kW), Wirkungsgrad 95 % je Richtung, 10 W Stand-by-Verbrauch. Der Speicher lädt jeden Überschuss sofort, außer in der getrennt ausgewiesenen Variante mit zeitgesteuerter Ladung (bis 13 Uhr Ortszeit nur der Teil über der Einspeisegrenze).
- Wirtschaftlichkeit: 33 ct/kWh Arbeitspreis für Netzstrom (Annahme, siehe oben), 7,70 ct/kWh Einspeisevergütung, Solarertrag im Mittel rund 1.130 kWh je kWp (Süd) bzw. 935 kWh je kWp (Ost/West), im Wärmepumpen-Szenario 1.150 kWh je kWp (2019). Ohne Alterung, Strompreisänderungen und Finanzierungskosten.
- Grenzen des Modells: Viertelstundenwerte glätten kurze Lastspitzen, dadurch fällt der Eigenverbrauch etwas zu hoch aus. Stündliche Solardaten glätten kurze Erzeugungsspitzen, die Abregelungsverluste fallen dadurch eher zu niedrig aus. Die gemessenen Häuser sind Niedrigenergiehäuser aus den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren in einem Quartier bei Hameln (Niedersachsen). Ihr eigener Haushalt kann je nach Verbrauchsverhalten um einige Prozentpunkte abweichen. Für eine verbindliche Planung rechnen wir mit Ihren eigenen Daten.
- Datenlizenzen: WPuQ-Datensatz von Schlemminger, Ohrdes, Schneider und Knoop (ISFH), Lizenz CC BY 4.0, von uns auf die genannten 27 Häuser eingegrenzt und mit eigenen Annahmen weiterverarbeitet. Solardaten: PVGIS © Europäische Union.
Quellen
- HTW Berlin: Empfehlungen zur Auslegung von Solarstromspeichern
- HTW Berlin: Stromspeicher-Inspektion 2025 (PDF)
- HTW Berlin: Stromspeicher-Inspektion 2026
- HTW Berlin: Unabhängigkeitsrechner
- Schlemminger, Ohrdes, Schneider, Knoop (ISFH): WPuQ-Datensatz, Lastgänge von Einfamilienhäusern und Wärmepumpen, Lizenz CC BY 4.0
- Europäische Kommission: PVGIS, Photovoltaic Geographical Information System
- Verbraucherzentrale: Lohnen sich Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen?
- Verbraucherzentrale: Was kostet eine Photovoltaikanlage? (Angebotsauswertung NRW)
- BDEW: Strompreisanalyse Oktober 2026
- Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und Fördersätze
- EEG § 9: Technische Vorgaben (60-%-Grenze)
- EEG § 51: Verringerung bei negativen Preisen
- Regierungsentwurf zur EEG-Novelle, Drucksache 21/7867
- Bundesnetzagentur: Festlegung MiSpeL
- UStG § 12 Abs. 3: Nullsteuersatz für Photovoltaik und Speicher
- Figgener et al. (RWTH Aachen): The development of battery storage systems in Germany
- Figgener et al. (RWTH Aachen): Multi-year field measurements of home storage systems, Nature Energy 2024
- Stadt Stuttgart: Solaroffensive
Zum Ratgeber: Solaroffensive Stuttgart 2026: Was gefördert wird und wie der Antrag läuft
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